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Automatisierung··2 Min. Lesezeit

Welche Prozesse im Mittelstand sich zuerst automatisieren lassen

Nicht jeder Ablauf eignet sich gleich gut für Automatisierung. Ein praktischer Leitfaden, mit welchen Prozessen mittelständische Unternehmen am besten starten.

Über Automatisierung wird viel geredet. Die eigentliche Frage ist aber selten „Sollen wir automatisieren?" – sondern „Womit fangen wir an?". Viele Unternehmen starten mit dem falschen, viel zu komplexen Prozess, verlieren sich in Sonderfällen und sind danach überzeugt, dass Automatisierung „bei uns nicht funktioniert".

Dabei liegt das Problem fast nie an der Technik, sondern an der Auswahl. Dieser Leitfaden zeigt, welche Prozesse sich als Einstieg eignen – und welche Du erst einmal liegen lassen solltest.

Die Faustregel: hohe Frequenz, klare Regeln

Ein Prozess ist ein guter Automatisierungskandidat, wenn vier Dinge zusammenkommen:

  • Er passiert häufig. Täglich oder wöchentlich – nicht zweimal im Jahr.
  • Er folgt klaren Regeln. Es gibt eine nachvollziehbare Logik, kein „kommt drauf an".
  • Er kostet messbar Zeit. Wenn niemand sagen kann, wie lange er dauert, lohnt sich die Messung zuerst.
  • Er ist fehleranfällig. Manuelle Schritte – besonders Copy-and-paste – produzieren zwangsläufig Fehler.

Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto größer der Hebel.

Vier Prozessarten, die sich fast immer lohnen

1. Datenübertragung zwischen Systemen

Daten von einem System ins nächste übertragen – aus dem CRM in die Buchhaltung, aus einer Excel-Tabelle in ein Tool. Hohe Frequenz, reine Regeln, hohe Fehlerquote. Der klassische Quick Win.

2. Wiederkehrende Dokumente

Angebote, Rechnungen, Reports, Bestätigungen. Überall, wo eine Vorlage mit Daten gefüllt wird, lässt sich das Dokument automatisch erzeugen und versenden.

3. Benachrichtigungen und Erinnerungen

Follow-ups bei Kunden, Erinnerungen an Fristen, Status-Updates ans Team. Aufgaben, die leicht untergehen – und genau deshalb automatisiert gehören.

4. Daten aus Formularen und Belegen auslesen

Eingehende Rechnungen, ausgefüllte Formulare, Lieferscheine. Was heute abgetippt wird, kann automatisch ausgelesen und weiterverarbeitet werden.

Womit man (noch) nicht starten sollte

Genauso wichtig ist, was man nicht als Erstes anfasst:

  • Prozesse mit vielen Ausnahmen und Sonderfällen
  • Abläufe, die echtes menschliches Urteilsvermögen brauchen
  • Prozesse, die sich gerade ständig ändern

Die gute Nachricht: Du musst nicht alles auf einmal automatisieren. Automatisiere die stabilen 80 % eines Prozesses und lass die 20 % Sonderfälle zunächst manuell. Das senkt den Aufwand drastisch und liefert trotzdem den Großteil des Nutzens.

So findest Du Deinen Startpunkt

Eine kurze Übung reicht: Listet im Team alle wiederkehrenden Aufgaben einer Woche auf. Bewertet jede nach Häufigkeit, Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit. Was oben auf dieser Liste steht, ist Dein Einstieg.

Dann gilt: klein anfangen. Ein Prozess, ein messbares Ergebnis. Wenn der erste Erfolg sichtbar ist, wächst die Akzeptanz im Team von allein – und der nächste Schritt fällt leicht.

Fazit

Automatisierung scheitert selten an der Technik und fast immer an der Auswahl. Wer mit einem häufigen, regelbasierten und zeitintensiven Prozess startet, sieht schnell ein Ergebnis – und baut von dort aus weiter. Wie ich Prozessautomatisierung Schritt für Schritt umsetze, liest Du auf der Leistungsseite.

Du bist Dir nicht sicher, welcher Prozess bei Euch der richtige Startpunkt ist? Genau das klären wir in einem unverbindlichen Erstgespräch.

Chris Sander
Geschrieben von
Chris Sander
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